Ein sicherer Überwinterungs­platz für einen Igel

Igel suchen sich normalerweise selbst einen Unterschlupf für den Winter. Doch für die Igel, die erst noch aufgepäppelt werden mussten, ist es im Herbst und Winter zu spät, sich noch selbst um ein Winterquartier zu kümmern.

Für diese Igel benötigen wir einen gesicherten Überwinterungsplatz. Nachfolgend erfahrt ihr, was man dafür braucht.

Das braucht ihr für den Überwinterungs­platz

  • Freigehege, darüber eine Plane oder eine Holzplatte als Regenschutz.
  • Schlafhaus im Freigehege.
  • Trockene Blätter oder Stroh als Dämmmaterial. Das Schlafhaus mindestens zu zwei Dritteln befüllen. Kein Heu – es bindet zu viel Feuchtigkeit. Gerne auch zusätzliches Material vor dem Schlafhaus für den Igel bereitlegen. Er füllt sein Haus gerne selbst.
  • Buddelschutz um das Freilaufgehege, z. B. Pflastersteine oder Holzplanken, mindestens 15 cm breit – sonst gräbt sich der Igel durch.
  • Je eine niedrige Schale für Wasser und Futter. Untertassen oder Blumenuntersetzer tun es auch.

So kann ein Winterquartier aussehen

Gesichertes Überwinterungsgehege mit Regenschutz, Schlafhaus und Buddelschutz aus Holzplanken

Beispiel eines Überwinterungsgeheges mit Regenschutz, Schlafhaus und Buddelschutz.

Futter und Wasser

Wasser und Katzenfutter

Wasser – niemals Milch! Igel haben eine Laktoseunverträglichkeit und bekommen Durchfall.

Katzen-Trocken- oder Nassfutter mit einem hohen Fleischanteil und ohne Getreide und Gemüse. Kein Gelee und keine Soße.

Insekten als Ergänzung

Zusätzlich, nicht ausschließlich, Soldatenfliegenlarven und Mehlwürmer füttern.

4 Teile Mehlwürmer
+ 1 Teil Soldatenfliegenlarven

Das ist die ideale Mischung.

Bitte nicht füttern

  • Keine Würmer und Schnecken. Igel fressen sie, wenn sie nichts anderes finden, und werden krank davon.
  • Kein Obst, Gemüse oder Nüsse. Igel können davon nichts verwerten.

Was ihr noch wissen solltet

Solange der Igel wach ist

Täglich, idealerweise abends, Futter und Wasser geben und die Futterschalen reinigen.

Das Futter langsam reduzieren, damit der Igel erkennt, dass es Zeit für den Winterschlaf ist.

Während des Winterschlafs

Auch weiterhin regelmäßig kontrollieren, ob der Igel noch schläft. Wir legen dazu Gräser oder Blätter vor den Eingang zum Schlafhaus. So erkennen wir, wenn Igel nachts aus dem Haus kommen.

Dann etwas Trockenfutter bereitstellen, Wasser möglichst immer anbieten. Es ist möglich, dass ein Igel im Winter kurz aufwacht und das Schlafhaus verlässt, danach aber wieder weiterschläft, ohne das Futter anzurühren.

Geduld bis zum Frühjahr

Je nach Witterung und abhängig davon, wann ein Igel den Winterschlaf begonnen hat, kann es dauern, bis er wieder aufwacht – eventuell bis in den April oder sogar Mai.

Deshalb ist es wichtig, dass der Überwinterungsplatz bis dahin ungestört bleibt.

Zurück in die Freiheit

Ist ein Igel dauerhaft wach und es ist Frühling, bleibt er noch mindestens 10 Tage im Freilandgehege, bevor es abends in der Dämmerung geöffnet werden kann.

Wachen Igel zu früh auf und gibt es noch keine Insekten, müssen sie weiterhin gefüttert werden.

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